Feldpost

Feldpost

Heimat und Front: der Krieg entfaltet sich unmittelbar. Max Blauert schreibt an seine Lieben, die er in der sächsischen Heimat, in Zwickau, hatte zurücklassen müssen, im August 1914. Die vielen kleinen Briefe und Postkarten – über 3 Jahre –  sind seine Verbindung von dem zugleich Abenteuer und Schrecken Krieg zu seiner Heimat und alten Welt. Diese Serie zeigt zeitgleich um 100 Jahre versetzt diese Korrespondenz Max Blauerts an seine Frau Friedel, die er während seiner Zeit an der Westfront 1914-1917 geschrieben hat.

Max Hans Emil Blauert (1878-1927) besuchte von 1885-1893 die Bürgerschule in Allstedt und arbeitete zunächst als Hilfsschreiber bei der Gemeinde Allstedt. 1896 meldete er  sich zum Heer und qualifizierte sich hier zum Zahlmeister. Den Kriegsausbruch 1914 erlebte er als Zahlmeister der Garnison Zwickau. Ins Feld rückte er als Zahlmeister des III. Bataillons des 133. Infanterieregiments (3. Armee| XIX. Armeekorps | 40. Division) und nahm von 1914 bis 1918 am Krieg teil.

 Ein Projekt des Universitätsarchivs Chemnitz in Kooperation mit Adelheid Flach

Die Feldpost wird derzeit für eine Veröffentlichung in den kommenden Jahren vorbereitet.

Max Blauert HP

Leipzig, 27.12.1915
Feldpostkarte!
Abs.: Zahlm. Blauert, III. I. R. 133.
Feldp. Stat. 6 d. VI. Armee
Hptbf. Leipzig, 27.12.15.
M. l. Fr., fahrplan-
mäßig bin ich hier angekommen, aber nicht wie am
letzten Male, auf dem Bayr. Bf. Schwer ist mir
der Abschied von Euch Lieben geworden, aber nun
ist er überwunden. Ich habe noch Dein zufriede-
nes, hoffnungsvolles u. freies Gesicht vor mir
vom letzten Augenblicke unsres Zusammen-
seins. Nochmals heißen Dank für alles Liebe
u. Gute, mein Herzlieb. Lasst es Euch fernerhin
wohlgehen u. bleibe Du mit den herzigen
Mädels gesund u. munter. Hier ist ein nicht
zu beschreibender Bfs-Betrieb. Bald geht’s weiter.
Herzl. Gruß, auch Lotte, u. Dir herzl. Kuß. Dein Max.

(Die Transkriptionen widerspiegeln die Schreibweise Blauerts)