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  • Mit Licht geschossen | 27. Bildpräsentation


    13:00 Uhr

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    Mit Licht geschossen, Veranstaltungen

Mit Licht geschossen | 27. Bildpräsentation

Historische Originalaufnahmen, eingefangen in Chemnitz, an der West- und Ostfront, großformatig plakatiert.

Eine Fotografie – einen Monat lang – an unterschiedlichen öffentlichen Plätzen von Chemnitz, über die gesamte historische Spiegelungsdauer 2014-2018.

 

„Stoßtrupp“

Die Lage an den Fronten des Ersten Weltkrieges ließ nach und nach tradierte Angriffsverfahren zunehmend obsolet werden. Der Stellungskrieg mit seinen fast statischen befestigten Grabensystemen, befestigten Unterständen und Stacheldrahtverhauen, das massierte Maschinengewehr- und Artilleriefeuer machte alte Waffengattungen wie etwa die Kavallerie nutzlos und überflüssig und ließ im Grunde selbst das geschlossene Vorgehen der „notwendigsten“ aller Waffengattungen, der Infanterie, selbstmörderisch und fragwürdig werden.

Zunächst einfach aus der Not konkreter Gefechtssituationen – etwa während der Brussilow-Offensive an der Ostfront – geboren, entwickelte sich, zunächst im kaiserlich deutschen Heer, das Verfahren der „Stoßtrupps“. Anstatt auf massierte Infanterieverbände setzten erfahrene Taktiker des Ost-Heeres wie General Oskar von Hutten, v.a. aber Major Willy Rohr an der Westfront nun auf den Einsatz kleiner, zweckmäßig bewaffneter Gruppen von Spezialisten und Einzelkämpfern, die im Zusammenspiel vom gegenseitiger Deckung und Bewegung das gegnerische Grabensystem „aufrollen“ sollten – also von Grabenstück zu Grabenstück den Gegner paralysierten, um schließlich der massiv nachrückenden Infanterie den Durchbruch durch die feindlichen Stellungen zu ermöglichen. Dabei schalteten die Stoßtrupps, meist Sturmpioniere und Infanteristen mit spezieller Nahkampfausbildung, hauptsächlich Maschinengewehr- und Mörserstellungen, aber auch Befehlsstände, Kommunikationseinrichtungen oder Scharfschützennester aus. Im Rahmen des Stoßtrupp-Verfahrens kamen völlig neue Waffensysteme zum Einsatz, die dem Kampf – häufig „Mann gegen Mann“ – in den beengten Verhältnissen des Schützengrabens angepasst waren: Grabendolch und Kurzspaten, Stielhandgranate, Selbstladepistole und Karabiner, später die Maschinenpistole, ersetzten die für diese Zwecke ungeeigneten alten Standardwaffen der Infanterie wie etwa das lange Mauser-Gewehr 98 mit dem aufgepflanzten Bajonett. Zur gefürchtetsten neuen Waffe aber wurde der Flammenwerfer.

Das aktuelle Bild, entnommen der Fotosammlung eines Chemnitzer Weltkriegsteilnehmers, zeigt einen Stoßtrupp, der mit dem Flammenwerfer gegen die gegnerische Stellung vorgeht. Unklar ist jedoch, ob die Fotografie eine reale Gefechtssituation darstellt, oder deren Simulation in Vorbereitung auf einen Kampfeinsatz während der Ausbildung. Da die Soldaten lediglich die Schirmmütze und nicht den im Herbst 1916 eingeführten neuen Stahlhelm tragen, ist wohl eher der letzte Fall zu vermuten.